Konzept mit der Stadt

Keine Zuschauer in der Bundesliga – doch Arminia hat bereits einen Plan

Die Bundesliga muss sich auch in der neuen Saison mit Geisterspielen abfinden. Doch Arminia Bielefeld ist bereits auf eine Rückkehr der Fans vorbereitet.

  • Am 18. September beginnt die neue Bundesliga-Saison.
  • Wegen der Coronavirus-Pandemie wird es vorerst nur Geisterspiele geben.
  • Arminia Bielefeld hat ein Konzept für die Rückkehr der Fans vorbereitet.

Bielefeld – Wie lange müssen Vereine noch auf ihre Fans im eigenen Stadion verzichten? Diese Frage kann momentan niemand genau beantworten. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie bleiben die Ränge weiterhin leer.

Am Mittwoch (27. August) beschloss die Bundesregierung, Großveranstaltungen wegen der Coronavirus-Pandemie bis Ende des Jahres zu verbieten. Daher werden in der Hinrunde der neuen Saison Geisterspiele auch weiterhin zum sportlichen Alltag gehören. Für Arminia Bielefeld bedeutet das: Beim Kampf um den Klassenerhalt fehlt dem Team von Uwe Neuhaus der wichtige 12. Mann im Rücken. Doch für eine Rückkehr der Blauen ist der Verein bereits vorbereitet, wie der Kicker berichtet.

VereinArminia Bielefeld
SpielstätteSchücoArena
TrainerUwe Neuhaus

Am 4. September hat der Verein aus Bielefeld eine Neuverpflichtung bekannt gegeben. Arminia Bielefeld hat den Niederländer Mike van der Hoorn unter Vertrag genommen und ein Detail dürfte der Vereinsführung ganz besonders gut in den Kram gepasst haben. 

Arminia Bielefeld hat Konzept mit Stadt erarbeitet

Wie Markus Rejek, kaufmännischer Geschäftsführer bei Arminia Bielefeld, bestätigt, hat der Verein ein Konzept für die Rückkehr der DSC-Anhänger in die SchücoArena erarbeitet. „Dieses wurde von Gesundheitsamt und Ordnungsamt für sehr plausibel und gut gehalten. Wir haben mit Experten, die uns geholfen haben, ein cleveres System gefunden und mit der Stadt Bielefeld sehr gute Gespräche geführt", so der 52-Jährige.

Der Aufsteiger ist bei der Umsetzung des Konzepts jedoch auf die politischen Entscheidungsträger hinsichtlich der Coronavirus-Maßnahmen angewiesen. „Das alles geschieht vor dem Hintergrund der politischen Lage, insbesondere des Landes Nordrhein-Westfalen. Dass eine Kommune keinen Einzelritt machen kann, sondern eine Bestimmung vom Land braucht, ist klar“ betont Rejek. Zuvor hatte Uwe Neuhaus, Arminia Bielefeld, einen dringenden Appell an die Bevölkerung gerichtet, um eine baldige Rückkehr der Fans zu ermöglichen.

Ein fast vergessenes Bild: Anhänger der Arminia im heimischen Stadion.

12.000 Fans bei Arminia Bielefeld?

Das von den Ostwestfalen nun auserarbeitete Konzept sieht eine Zuschauerzahl von 12.000 in der SchücoArena vor. „Wir sind aber mit der Stadt übereingekommen, dass man sich an diese Zahl vorsichtig herantasten muss, vielleicht mit 3000 bis 4000 anfängt und schaut, wie sich das Spieltag für Spieltag entwickelt“, erklärt Markus Rejek. Das Stadion von Arminia Bielefeld hat ein Fassungsvermögen von 26.515 Plätzen.

Das Konzept sieht unter anderem separate Ein- und Ausgänge für jeden Tribünenbereich vor. So soll eine Vermischung der Fans unterbunden und eine Übertragung des Coronavirus vermieden werden. Der Stehplatzbereich des Stadions würde mit sogenannten Vario-Sitzen versehen und in den jeweiligen Blöcken Projektionen angebracht, sodass jeder Fan im weiten Rund das Spiel verfolgen kann.

Kritik der Fans am Konzept von Arminia BIelefeld

Bei Fanvertretern von Arminia BIelefeld habe es gemischte Reaktionen bezüglich des Konzepts gegeben. Viele lehnten dies ab, da es das echte Stadionfeeling zerstöre. Rejek hält jedoch dagegen: „Ich kann diese Ansicht aus einer Fan-romantischen Sichtweise verstehen, muss aber als kaufmännischer Geschäftsführer sagen: Das würde der Fußball nicht überleben. Also sind wir gezwungen, den Betrieb aufrechtzuerhalten, damit man nach der Pandemie den Fans genau dieses Erlebnis wieder geben kann.“

Ob und wann das Konzept in die Realität umgesetzt werden kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht absehbar. Dafür müsste sich die Lage rund um das Coronavirus in Deutschland deutlich zum Besseren wenden. Derweil bereitet sich der DSC derzeit akribisch auf den Bundesligastart vor. Noch bis Sonntag (30. August) befindet sich Arminia Bielefeld in Österreich im Traningslager. Das erste Pflichtspiel steigt dann am 14. September: Dort trifft der DSC in der 1. Runde des DFB-Pokals auf Rot-Weiß Essen.

In der vergangenen Saison hat vor allem Fabian Klos Eindruck hinterlassen. Bei der Wahl zum Fußballer des Jahres bekam der Stürmer von Arminia Bielefeld mehr Stimmen als Manuel Neuer. Gute Nachrichten für die DSC-Anhänger: Das neue Trikot von Arminia Bielefeld ist das zweitgünstigte im Liga-Vergleich.

Ein neuer Spielerwechsel wurde am Dienstag (1. September) bestätigt: Stephan Salger verlässt Arminia Bielefeld nach acht Jahren und wechselt zum Drittligisten 1860 München. In den Niederlanden sorgten Ultras der Blauen nun für Kopfschütteln. Vor dem Testspiel von Arminia Bielefeld gegen den FC Groningen kam es dort zu Straßenkämpfen.

Rubriklistenbild: © dpa / Stuart Franklin

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