Bundesliga

Kommentar zur Entlassung von Uwe Neuhaus: Arminia Bielefeld kommt vom Weg ab

Uwe Neuhaus in seinem letzten Spiel als Trainer von Arminia Bielefeld.
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Ohne Uwe Neuhaus will Arminia Bielefeld den Klassenerhalt schaffen.

Der Schritt kam überraschend. Vor allem bei den Fans von Arminia Bielefeld herrscht teilweise Fassungslosigkeit ob der Entlassung von Uwe Neuhaus. Ein Kommentar.

Das 0:3 bei Borussia Dortmund war das letzte Spiel von Uwe Neuhaus als Cheftrainer bei Arminia Bielefeld. Im Dezember 2018 übernahm der 61-Jährige den Posten von Jeff Saibene. Was folgte war eine Art ostwestfälisches Fußballmärchen.

Mit nur zwei Saisonniederlagen führte Uwe Neuhaus Arminia Bielefeld vergangene Saison sensationell zum Aufstieg in die Bundesliga. Die Marschroute für diese Spielzeit war klar: Der Klassenerhalt. Dieses Ziel will der Verein nun ohne Uwe Neuhaus angehen.

Arminia Bielefeld sportlich auf solidem Weg in der Bundesliga

In der bisherigen Rückrunde holte der nun geschasste Trainer nur einen Punkt mit seinem Team. Zudem soll das Verhältnis zu Sportchef Samir Arabi in den vergangenen Wochen stark gelitten haben. Dennoch geht Arminia Bielefeld mit der Entlassung von Uwe Neuhaus einen gewagten und unpopulären Weg. Denn in der Liga sieht es für die Ostwestfalen* derzeit alles andere als düster aus.

Der Aufsteiger steht punktgleich mit Hertha BSC da, hat einen Zähler Vorsprung zum Tabellen-17. aus Mainz – und zudem aufgrund der Spielabsage gegen Werder Bremen noch eine Partie mehr zu absolvieren als die Konkurrenten. Sportlich gesehen gab es also keinen wirklichen Grund, den Trainer zu entlassen. Denn Arminia Bielefeld steht derzeit genau da, wo es Fußballdeutschland vor der Saison erwartet hat. Und das herausragende Spiel gegen den FC Bayern (3:3) ist noch nicht allzu lange her.

Arminia Bielefeld: Fans reagieren mit Häme und Spott

In den sozialen Medien wird der DSC von seinen Anhängern derzeit mit Häme und Spott überhäuft. Eine Gewissheit, mit einem neuen Trainer die gefährdeten Ziele zu erreichen, gibt es nicht. Den neuen Coach mit Partien gegen Union Berlin, Werder Bremen, Bayer Leverkusen und RB Leipzig starten zu lassen, ist zudem keine dankbare Aufgabe.

Zahlreiche Vereine haben in der Geschichte der Bundesliga vorzeitig und unnötigerweise ihre Trainer entlassen – aus Angst, ihre Ziele zu verpassen und im fälschlichen Glauben, mehr erreichen zu können, als es ihr Potenzial hergibt. Arminia Bielefeld hat sich an diesem Montag leider in die Liste dieser Clubs eingereiht. Uwe Neuhaus und die Arminia passten wie Arsch auf Eimer. Dass die Ostwestfalen diesen Schritt elf Spieltage vor Schluss gegangen sind, wirkt unverständlich und überhastet. Dem 61-Jährigen wird zumindest der ewige Dank der Bielefelder gewiss sein.

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