Bundesliga

Auftakt an der Seitenlinie: Was Frank Kramer bei Arminia Bielefeld verändert hat

Für viel Aufsehen sorgte Arminia Bielefeld vergangene Woche. Der Trainerwechsel löste viel Verwunderung und Unmut aus. Beim 0:0 gegen Union Berlin zeigte sich, was unter Frank Kramer anders werden soll.

Bielefeld – Der DSC steht für gewöhnlich nicht im Rampenlicht der Bundesliga. Ruhig und gemächlich geht es bei den Ostwestfalen die meiste Zeit zu. Doch der Rauswurf von Uwe Neuhaus bei Arminia Bielefeld* sorgte über die Grenzen des Teutoburger Waldes hinaus für Aufsehen, wie owl24.de* berichtet.

Vor allem die Tabellensituation ließ auf den ersten Blick die Dringlichkeit einer Trainerentlassung nicht erkennen. Der DSC befindet sich in Schlagdistanz zu den Nichtabstiegsplätzen. Wieso Arminia Bielefeld* jedoch nach 23 Spieltagen auf Frank Kramer setzte, zeigte sich bei dessen Debüt gegen Union Berlin.

FußballvereinArminia Bielefeld
StadionSchücoArena
TrainerFrank Kramer

Arminia BIelefeld: Frank Kramer leitet Stilwechsel ein

Uwe Neuhaus ließ seine Spieler sich gegen spielstarke Gegner weit in die eigene Hälfte zurückziehen. Aus einer tief stehenden Defensive heraus wollte der Aufsteiger mit präzisen Nadelstichen für Gefahr sorgen. Konnten sie sich aus den Fängen des Gegners befreien, wussten die Ostwestfalen* auch im Kombinationsspiel nach vorne zu gefallen. Meist war der Plan jedoch simpel: Mit langen Bällen sollte Stürmer Fabian Klos gefüttert werden. Dieses Konzept fruchtete in der Bundesliga jedoch weniger als noch im Aufstiegsjahr.

Ganze 18 Tore gelangen den Blauen in 22 Spielen – 41 Gegentore standen dem gegenüber. Frank Kramer offenbarte beim 0:0 von Arminia Bielefeld gegen Union Berlin, dass er einen anderen Weg des Verteidigens verfolgt. Die Viererkette um Brunner, Pieper, Nilsson und Laursen verteidigte hoch und rückte immer wieder bis zur Mittellinie vor. Der eigene Spielaufbau soll zudem weniger über lange Bälle von Torwart Stefan Ortega erfolgen, vielmehr will der DSC mit schnellen Pässen in die Offensive gelangen.

Arminia Bielefeld lief unter Kramer so viel wie nie

Der Spielstil, den Frank Kramer offenbar bei Arminia Bielefeld einführen will, kommt weniger überraschend. Seine Trainerstationen führten ihn unter anderem nach Hoffenheim, zu RB Salzburg sowie in die Jugend-Nationalmannschaften. Hohes Pressing und schnelles Kurzpassspiel wurden bei der TSG und bei Red Bull unter Ralf Rangnick etabliert. Beim DFB wird dieser Spielstil seit Jogi Löw praktiziert. Die neue Spielidee des 48-Jährigen scheint zudem viel Laufaufwand zu erfordern.

Fast 134 Kilometer legte Arminia Bielefeld am Sonntag hin – Saisonrekord. Manuel Prietl lief ganze 14,2 Kilometer. Beim torlosen Remis gegen die Eisernen schien das neue Konzept Erfolg zu haben. Erstmals seit dem 17. Spieltag blieb der DSC ohne Gegentor. Die Spielweise Kramers wird jedoch viel Energie und Aufwand kosten und wird umso gefährlicher, sollte die Intensität nicht in jedem Spiel betrieben werden. Auch personell ließ der Neu-Coach erahnen, welchen Weg er beim Aufsteiger einschlagen will.

Frank Kramer dirigiert seine Spieler in seinem ersten Auftritt als DSC-Trainer.

Erstmals in dieser Saison stand Arne Maier in der Startelf. Unter Uwe Neuhaus verschwand die talentierte Leihgabe von Hertha BSC fast in der Bedeutungslosigkeit des DSC-Kaders. Frank Kramer soll die Jugend bei Arminia Bielefeld fördern* – bereits in seinem ersten Spiel hat er das Versprechen eingelöst. Es bleibt abzuwarten, ob der Trainer mit seinem Strategiewechsel mitten im Abstiegskampf Erfolg haben wird. (*owl24 und msl24 sind Angebote von „IPPEN.MEDIA“)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Friso Gentsch

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