Bielefelds 3:3 in München

Nach Arminia-Spektakel: Drei Lehren aus dem Spiel gegen die Bayern

Auch am Tag nach dem 3:3 war das Spiel gegen die Bayern noch in aller Munde. Das Remis beim Rekordmeister hat Arminia Bielefeld drei wichtige Erkenntnisse gebracht.

Bielefeld – Ausgelaugt, aber gut fühlte sich Andreas Voglsammer am Tag nach dem spektakulären 3:3 gegen den FC Bayern München. Der Stürmer von Arminia Bielefeld stand nach vielen Verletzungen gegen den Rekordmeister in dieser Saison das erste Mal in der Startelf des DSC.

Als sei dies nicht schon Grund genug zur Freude gewesen, war der gebürtige Oberbayer in seinem Startelf-Debüt nicht nur wegen seines Assists zum 3:1 maßgeblich für den Offensivschwung der Ostwestfalen* verantwortlich. Das Spiel gegen den FC Bayern war der Auftakt zu sechs anspruchsvollen Wochen, in denen Arminia Bielefeld auf die Top-Teams der Bundesliga trifft. Drei Lehren kann Uwe Neuhaus aus dem Auftritt beim Weltpokalsieger ziehen.

VereinArminia Bielefeld
TrainerUwe Neuhaus
Nächster GegnerVfL Wolfsburg

1.: Arminia Bielefeld kann es mit jedem Gegner in der Bundesliga aufnehmen

Es war eine Art Meisterprüfung, die Arminia Bielefeld am Montag beim FC Bayern München abgelegt hat. Mit einem couragierten und angriffslustigen Auftritt brachte der Aufsteiger den frisch gebackenen Weltpokalsieger in arge Bedrängnis und an den Rande einer Niederlage. Die Partie in der Münchener Allianz Arena hat bewiesen, dass der Aufsteiger mit jedem Gegner in der Bundesliga mithalten kann, wenn er mit derselben Konzentration und demselben Willen (die Gäste liefen elf Kilometer mehr als die Bayern) ins Spiel geht.

Duelle gegen die großen Bayern lösen bei vielen Spielern oft nicht geahnte Kräfte aus – auf der großen Fußballbühne wachsen sie häufig über sich hinaus. Doch diese Intensität, wie sie Arminia Bielefeld in München an den Tag gelegt hat, muss das Team von Uwe Neuhaus auch in den kommenden Partien gegen Wolfsburg und Dortmund, erst recht aber auch in den direkten Duellen gegen Mainz und Augsburg abrufen. Dann stehen dem DSC alle Türen offen.

2.: Mit Voglsammer und Vlap kann Arminia Bielefeld für viel Gefahr sorgen

Der eingangs erwähnte Andreas Voglsammer kann fast schon wie der Torschütze zum 1:0, Michel Vlap, als Neuzugang für Arminia Bielefeld gesehen werden. Ganze 48 Minuten stand er vor dem Spiel gegen den FC Bayern München erst für den Aufsteiger in dieser Saison auf den Platz. Verletzungen warfen den Stürmer immer wieder zurück. In seinem ersten Auftritt von Beginn an bewies der Rosenheimer, wie wichtig er für Uwe Neuhaus und die in dieser Saison bislang harmlose Offensive werden kann. „Mit seiner Vorlage hat er einen wichtigen Beitrag geleistet“, lobte der Trainer seinen Schützling nach dem Spiel.

Für die meisten Schlagzeilen sorgte jedoch Michel Vlap, der in seinem ersten Spiel für Arminia Bielefeld bereits nach neun Minuten traf – und das auf technisch ansehnliche Manier gegen die Abwehr des Deutschen Meisters. Zwar ist es nach nur einem Auftritt zu früh, einen Spieler als langfristige Verstärkung zu bewerten – sollte sich die gezeigte Leistung des Niederländers vom Montag jedoch in den kommenden Wochen bestätigen und Andreas Voglsammer verletzungsfrei bleiben, wird die Offensive des DSC (erst 18 Tore in 20 Spielen) ein echtes Upgrade erfahren.

Der Auftritt beim FC Bayern wird Arminia Bielefeld Selbstbewusstsein geben.

3.: Arminia Bielefeld stand in der Defensive stabiler – ist aber weiter anfällig für Tore

Es war erstaunlich, wie gut die Defensive von Arminia Bielefeld den FC Bayern München vor allem in der ersten Halbzeit kontrollierte. Natürlich spielte auch die Beschaffenheit des Rasens durch den Schneefall dem Aufsteiger in die Karten, doch auch bei schwierigeren Bedingungen ist es nicht einfach, Leroy Sané, Kingsley Coman und Robert Lewandowski weitestgehend in Schach zu halten. Im Vergleich zu den vergangenen Partien gegen Eintracht Frankfurt und den 1. FC Köln, wusste die Elf von Uwe Neuhaus im Defensivverbund zu gefallen.

Dennoch standen am Ende erneut drei Gegentore auf der Anzeigetafel – somit sind es derer elf in den vergangenen drei Partien. Gegen den FC Bayern kam die Defensive von Arminia Bielefeld vor allem zum Ende der Partie ins Wackeln, was angesichts der Qualität, die der Deutsche Meister auf dem Platz stehen hatte, kein Armutszeugnis ist. Trotzdem muss der Aufsteiger die Anzahl an Gegentoren im Abstiegskampf der Bundesliga verringern. (*msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Adam Pretty/dpa

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