Arminia bezwingt Bayer

„Nach der ganzen Scheiße...“: Bielefelder Erleichterung nach dem Big-Point in Leverkusen

Was für ein Befreiungsschlag: Gegen Bayer Leverkusen gelang Arminia Bielefeld der erste Sieg nach sieben Partien. Maßgeblichen Anteil daran hatte die Japan-Connection des DSC.

Leverkusen/Bielefeld – Welch geringe Aussagekraft manche Statistiken im Fußball haben, verdeutlichte das Spiel von Arminia Bielefeld gegen Bayer Leverkusen. Die Werkself hatte während der 90 Minuten ganze 75 Prozent Ballbesitz, zeitweise sogar knapp um die 86 Prozent. Doch der DSC zeigte, worauf es wirklich ankommt: Auf die Effizienz.

Während Bayer über das gesamte Spiel vergeblich versuchte, mit seiner, für viele Gegner mittlerweile durchschaubaren, Bosz-Taktik zum Erfolg zu kommen, stach Arminia Bielefeld in den entscheidenden Momenten zu – und machte aus nur fünf Schüssen aufs Tor zwei Treffer. Der Aufsteiger bescherte am Sonntag nicht nur Trainer Frank Kramer den ersten Sieg, sondern setzte auch ein dickes Ausrufezeichen im Abstiegskampf.

VereinArminia Bielefeld
TrainerFrank Kramer
StadionSchücoArena

Japaner bescheren Arminia Bielefeld den Sieg gegen Bayer Leverkusen

Im Gegensatz zum Spiel der Arminia gegen Werder Bremen setzte Frank Kramer in der BayArena wieder auf Kapitän Fabian Klos. Eine Maßnahme, die sich gelohnt hat. „Bei ihm müssen wir immer schauen, wie wir ihn einbringen, damit er Spiele entscheiden kann“, sagte Frank Kramer nach dem 2:1-Erfolg, der vor allem zwei Namen trug: Ritsu Doan und Masaya Okugawa. Ersterer besorgte bereits nach 18 Minuten die überraschende Führung für Arminia Bielefeld.

Der andere, der unter dem neuen Trainer eine gewichtigere Rolle spielt als noch unter Ex-Coach Uwe Neuhaus, setzte nach 57 Minuten einen drauf. Und nicht unerheblichen Anteil am ersten Bundesliga-Tor von Masaya Okugawa hatte auch dessen Landsmann. „Beim Tor ist der Ball beim Zuspiel etwas in meinem Rücken gewesen, das war nicht so leicht, aber anschließend hatte ich Zeit. Ich habe rechts Ritsu gesehen, aber er hat gesagt: „Schieß!“, sagte der 24-Jährige. Der Rest ist Geschichte.

Arminia BIelefeld verlässt die Abstiegsränge der Bundesliga

Wie wichtig dieser Sieg beim Tabellensechsten war, ließ Torwart Stefan Ortega erahnen, der in der ersten Halbzeit mit einer Weltklasse-Parade die Führung gesichert hatte. „Das ist die pure Erleichterung, mal wieder gewonnen zu haben. Nach der ganzen Scheiße, wie wir die letzten Wochen gespielt haben und was wir an Punkten geholt haben, ist es jetzt extreme Freunde“, sagte der Schlussmann von Arminia Bielefeld. Sieben Spiele lang mussten die Ostwestfalen* auf ein Erfolgserlebnis warten. Dass dieses ausgerechnet gegen ein Spitzenteam gelang, lässt die DSC-Brust nur breiter werden.

Bielefelder Jubel nach dem 1:0 durch Ritsu Doan gegen Bayer Leverkusen.

„Durch den Sieg über eine Spitzenmannschaft wie Leverkusen bekommen wir natürlich Selbstvertrauen, wir glauben an uns“, schickte Ritsu Doan Grüße an die anderen Abstiegskandidaten. Die Blauen sind nun fürs Erste raus aus den Abstiegsrängen. Die Leidenschaft in den Interviews war auch während der 90 Minuten auf dem Feld zu spüren. Einmal mehr liefen die Spieler von Arminia Bielefeld einige Kilometer mehr als die des Gegners. Nach der Niederlagenserie gegen sämtliche Top-Teams in der Hinrunde hatten sie sich einen Dreier gegen ein Top-Team in diesem Jahr so sehnlich erhofft. Am Sonntag wurden sie belohnt. „Wir sind sehr stolz auf die Truppe. Die Heimreise werden wir mit einem kleinen Lächeln im Gesicht antreten“, sagte Frank Kramer im Anschluss auf der PK. (*msl24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Ina Fassbender

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